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Endlich wieder Sommer und damit Zeit, den Grill anzufachen und sich im Duft der glimmenden Holzkohle krosse Köstlichkeiten schmecken zu lassen. Wer nicht gerade den Winter über durchgegrillt hat – was erstaunlicherweise auch in Deutschland immer mehr in Mode kommt – holt spätestens jetzt den Holzkohlegrill aus dem Gartenschuppen und und legt erwartungshungrig Grillzange, Fleisch und Würstchen bereit. Feuer frei!

Nein, noch nicht sogleich. Damit der Grillspaß gelingt und alle herzhaft zulangen, muss der Grillmeister – im Regelfall ist er mit dem Herrn des Hauses identisch – zuvor einige Vorarbeiten erledigen. Zuerst ist ein gründlicher Sicherheitscheck Pflicht. Alles, was wackelt, muss festgeschraubt werden, sonst droht Kippel- und Kippgefahr mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen, wenn die Holzkohle bereits angezündet und glühend heiß ist.

grillstand

Sicherheit

Die Beine müssen also festen Stand garantieren. Wo genau soll der Grill überhaupt stehen? Das ist eine sehr wichtige Frage. Unebene, mit Maulwurfshügeln übersäte Rasenflächen sind ebenso ungeeignet wie butterweiche Wiesen, in denen die Beine des Grills versinken – ungleichmäßig versinken. Auch die steile Garagenzufahrt ist als Standplatz für den Grill nicht wirklich erste Wahl. Am besten wählt man ein topfebenes, glattes Stück Asphalt oder Beton, wo gleichzeitig wenig Gefahr besteht, dass mit der Kohle zugleich der Untergrund entflammt.
Entflammbare Objekte haben im weiteren Radius des Grills ohnehin nichts zu suchen. Gerade, wenn Kinder mitgrillen, sollte man auf den Sicherheitsaspekt besonders sorgfältig achten. Weder dürfen Büsche und Bäume in der Nähe des Grills stehen – Blitzbrandgefahr in knochentrockenen Hochsommerwochen – noch darf sich der Gartentisch mit der bodenlangen Tischdecke in Funkenflugweite zum Grill befinden. Denn mit Funkenflug ist immer zu rechnen, mal mehr, mal weniger, wenn der Grill angefacht und das Brennmaterial entzündet wird. Es versteht sich von selbst, dass in der Nähe der glühenden Kohle unter keinen Umständen Explosives wie eine Spiritusflasche gelagert werden darf.

Ein Eimer mit Sand – besser als Wasser – sollte vorsichtshalber immer neben dem Grill stehen. Steht plötzlich eine Riege Bratwürstchen auf dem Grill in hellen Flammen, sind diese sogleich unter einem beherzten Schwung Sand verlässlich erstickt. Über die angekohlten Bratwürstchen freut sich vielleicht noch der Familienhund. Wasser auf den Grill zu kippen ist keine so gute Idee. Ebenso wie bei der brennenden Bratpfanne auf dem Küchenherd drohen Stichflammen, wenn Wasser auf heißes Fett trifft. Fettig ist zwar nicht die Holzkohle, aber in der Regel schon das Grillgut. Daher: besser Sand. Besonders Umsichtige – oder auch leidlich Erfahrene – gehen auf Nummer Sicher und grillen nie auch nur ein einziges Bratwürstchen, ohne dass der Feuerlöscher in Reichweite steht.

Reinigung

Bevor allerlei Köstlichkeiten auf den Grillrost wandern – marinierte Steaks, Hähnchenschenkel, ganze Fische, Schaschlik- und Gemüsespieße, überhaupt Gemüse mit raffinierten Würzungen – muss der Rost natürlich pikobello sauber sein. Hartnäckige Verkrustungen lassen sich mit einem Bunsenbrenner oder direkt dem Grillfeuer abbrennen. Reste und Ruß fest abschrubben und den Rost mit Spülmittel und heißem Wasser gründlich abwaschen. Die Spülmaschine kann hier selbstverständlich auch zum Einsatz kommen, sofern der Rost hineinpasst. Damit nichts festklebt oder anpappt, werden die Rippen abschließend mit Speiseöl eingerieben.

Grillbriketts oder Holzkohle

Diese Frage entscheidet sich unter anderem daran, wieviel Zeit und Muße die Grillrunde mitbringt. Holzkohle entwickelt schnell Glut und ist daher das Mittel der Wahl für Eilige und Ungeduldige mit großem Appetit. Sie brennt aber auch schneller herunter als Briketts, weshalb man sein Holzkohlewürstchen auch zügig essen muss. Briketts hingegen speichern die Hitze ungleich länger. Daher eignen sie sich besonders für ausgedehnte, gemütliche Grillrunden, bei denen es auf eine Viertelstunde mehr oder weniger Warten aufs Holzfällersteak nicht ankommt. Als Kompromiss kann man etwas Holzkohle unter die Briketts schichten, so dass sie schneller glühen.

Anzünden

Flüssige Grillanzünder bergen Unfallrisiken; die im Handel erhältlichen Grillwürfel sind zwar ungefährlich, verleihen dem Fleisch aber einen leicht chemischen Geschmack. Die simpelsten und billigsten Grillanzünder sind schlichte Eierkartons; auf den Grill gelegt, mit Kohle oder Briketts bedeckt und angezündet. Wer sich den Stress sparen möchte, kann auch zu elektrischen Grillanzündern greifen, welche in unseren Test einwandfrei funktionieren oder man verwendet einen Anzündkamin.

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Das Grillen

Was auf dem fertig vorbereiteten Grill knusprig bräunt, ist reine Geschmackssache: Rindersteaks, Bauchfleisch, Nackenkoteletts, Kalbsbratwürstchen, Hähnchenkeulen, Fischfilet und gegrilltes Gemüse darf sich auf dem Rost tummeln. Zuccini, Paprika, Tomaten und ganze Maiskolben eigenen sich für Vegetarier besonders gut. Das Grillgut mehrmals wenden, zuvor und zwischendurch mit Marinade bestreichen – Vorsicht, nicht ertränken, dann tropft zuviel in die Glut. Es versteht sich von selbst, dass der Grillmeister Fleisch wie Gemüse mit einer abgeflachten, langen Grillzange wendet und nicht etwa mit einer Gabel hineinsticht. Aus den Löchern fließt der Fleischsaft, das Fleisch wird trocken und zäh. Ist es beidseitig schön gebräunt, lässt man es kurz noch in Alufolie gewickelt ruhen, damit der Saft vollständig ins Fleisch zurücktritt. Das Ergebnis ist ein wunderbar saftiges, knuspriges Stück Grillfleisch mit dem typischen und unverwechselbaren Holzkohle-Aroma.